Fotos: A. Holm





Oben: Abholzungen in der Holsteinstraße im Herbst 2025 (Im Hintergrund das Bahngleis)


- Untere 2 Bilder: Dortiger Zustand vom April 2026
Baumfrevel in Wahlstedt
Bilder zeigen: Im Herbst 2025 wurden in der Holsteinstraße, schräg gegenüber einem Logistikunternehmen, erhebliche Rodungen zwischen Fahrbahn und Bahngleisen vorgenommen. Viele Bäume und Sträucher, Randgehölze und Pflanzen der Krautschicht hat man weitgehend entfernt. So wurde der Blick auf die Bahngleise und die dahinterliegende Bebauung frei.
Dieser wertvolle Grüngürtel ist eine ökologische Ausgleichsfläche, ein sogenannter „ Schutzwald“ und dient laut Bebauungsplan dem Schall- und Staubschutz für unmittelbar angrenzende Wohngebiete vor Lärm durch Industrie und Gewerbe.
Es gab keine Pressemitteilung über Grund und Umfang dieses Kahlschlages. In einer Ausschusssitzung gab der Bauamtsleiter, Herr Maass, zu Protokoll, man habe „Totholz entfernt“ . Tatsächlich aber zeigte sich uns ein kümmerlicher Restwald, „besenrein“ ausgeräumt und hohe Holzstapel am Wegesrand. Der wertvolle Waldrandgehölzbestand, Lebensraum der streng geschützten Haselmaus, wurde fast total entfernt. Eine zu erhaltende Baumreihe wurde schwer beschädigt, die vorgeschriebenen Schutzrandstreifen von Harvestern als Rückegassen planiert.

- Foto des kranken Baumstumpfes in der Lindenallee (Dorfstraße), 12.04.2026
In „sozialen Medien“ wurde indessen über „Baumfrevel“ in der Dorfstraße diskutiert. Dort musste ein alter Baum aufgrund eines Nasskerns aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Kern des Problems ist allerdings, daß die Stadt Wahlstedt verpflichtet ist, diese geschützte Lindenallee zu erhalten und zu pflegen. Dieses wurde über Jahrzehnte versäumt. Man braucht sich nur die Baumscheiben, die den Bäumen zugestanden werden, anzusehen. Der Bau des neuen Fachpflegezentrums hat die Lage zusätzlich verschärft, der letzte Baum der Reihe bekam nicht einmal eine Baumscheibe. Autos parken munter direkt auf dem Randstreifen und fahren direkt am Stamm entlang. Es gibt nirgends Abstandsbügel.
Dass man im Raum Wahlstedt gerne die Motorsäge zückt, um kurzerhand „Klarschiff“ zu machen, zeigte sich kürzlich im Bereich des Streem, in Verlängerung der Dorfstraße in Richtung Nordbahn-Trasse. Wir berichteten darüber. Hier soll laut dem Entwurf des neuen Flächennutzungsplans ein neues Wohngebiet entstehen. Wollte man hier wohl vorsorglich Fakten schaffen und Biodiversität vernichten, bevor biologische Gutachten ökologische Schranken aufspüren, die der baulichen Umsetzung im Wege stehen?
Oder führte vielleicht ein Mangel an qualifizierten Fachkräften dazu, Angelernte mit den Knickarbeiten zu beauftragen?
Hier wurden jedenfalls, rechtzeitig vor Beginn der Brutzeit, elementare Regeln der Knickpflege in Schleswig- Holstein missachtet:
- Redder (beidseitige Knicks) nur auf einer Wegseite lichten
- Knickpflege nur in kurzen Abständen statt Kahlschläge über Hunderte Meter
- Wertvolles Unterholz und abschnittsweise Randbewuchs für Kleinsäuger und Insekten erhalten und großflächiges Knicken vermeiden
Ob wohl die Untere Naturschutzbehörde informiert war?
