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Wussten Sie, dass…???

  • …deutsche Bauern jährlich ca. 30.000 Tonnen Pestizide*) auf ihre eigenen oder gepachteten Felder aufbringen?
  • …rund 11,5 Prozent dieser Chemikalien zu den PFAS*), den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, zählen?
  • …mit jeder Spritzung die Felder zunehmend und unumkehrbar verseucht werden, und sich PFAS in steigendem Tempo im Grundwasser, in Böden, in Lebensmitteln und in unseren Körpern anreichern*)?
  • …diese Chemikaliengruppe in Verbindung mit Krebserkrankungen*), Fortpflanzungsproblemen und hormonellen Störungen gebracht wird?

Auch zu Wahlstedt gehören landwirtschaftliche Flächen.

Wir fragen uns:

  • Wer stellt sicher, dass landwirtschaftlich genutzte Felder im Stadtgebiet nicht mit PFAS-haltigen Pestiziden verseucht werden?

PFAS sind u.a. auch in Löschschaum*) enthalten. Nicht nur im Wahlstedter Industriegebiet Holsteinstraße kam es zu Bränden, z.B. zu einem Metallbrand, zu deren Bekämpfung Löschschaum*) eingesetzt wurde.

  • Wir fragen uns: Wurde PFAS-haltiger Schaum verwendet?

Wenn ja, kann ausgeschlossen werden, dass Böden, angrenzende Biotope oder Regenrückhaltebecken verseucht wurden?

Wurden diesbezügliche Untersuchungen veranlasst?

Welche Probleme und Kosten PFAS-verseuchte Böden den Städten und Kommunen machen können, zeigte sich jüngst in Bad Segeberg. Dort musste der belastete Boden des Feuerwehrgeländes aufwendig zwischengelagert werden, weil keine Deponie bereit war, den derart kontaminierten Boden anzunehmen.*)

Immer mehr Wasserwerke haben massive Schwierigkeiten, sauberes Trinkwasser zu liefern. Viele Brunnen sind bereits vergiftet. Klärwerke benötigen zusätzliche Klärstufen, um den steigenden Anforderungen zu genügen.*)

*)Quellen: Umweltbundesamt, Umweltinstitut München e.V.; Segeberger Zeitung, Lübecker Nachrichten

Fotos: A. Holm

Oben: Abholzungen in der Holsteinstraße im Herbst 2025 (Im Hintergrund das Bahngleis)

  • Untere 2 Bilder: Dortiger Zustand vom April 2026

Baumfrevel in Wahlstedt

Bilder zeigen: Im Herbst 2025 wurden in der Holsteinstraße, schräg gegenüber einem Logistikunternehmen,  erhebliche Rodungen zwischen Fahrbahn und Bahngleisen vorgenommen. Viele Bäume und Sträucher, Randgehölze und Pflanzen der Krautschicht hat man weitgehend entfernt.  So wurde der Blick auf die Bahngleise und die dahinterliegende Bebauung frei.  

Dieser wertvolle Grüngürtel ist eine ökologische Ausgleichsfläche, ein sogenannter „ Schutzwald“ und dient laut Bebauungsplan dem Schall- und Staubschutz für unmittelbar angrenzende Wohngebiete vor Lärm durch Industrie und Gewerbe.

Es gab keine Pressemitteilung über Grund und Umfang dieses Kahlschlages. In einer Ausschusssitzung gab der Bauamtsleiter, Herr Maass, zu Protokoll, man habe „Totholz entfernt“ . Tatsächlich aber zeigte sich uns ein kümmerlicher Restwald, „besenrein“ ausgeräumt und hohe Holzstapel am Wegesrand. Der wertvolle Waldrandgehölzbestand, Lebensraum der streng geschützten Haselmaus, wurde fast total entfernt. Eine zu erhaltende Baumreihe wurde schwer beschädigt, die vorgeschriebenen Schutzrandstreifen von Harvestern als Rückegassen planiert.

  • Foto des kranken Baumstumpfes in der Lindenallee (Dorfstraße), 12.04.2026

In „sozialen Medien“ wurde indessen über „Baumfrevel“ in der Dorfstraße diskutiert. Dort musste ein alter Baum aufgrund eines Nasskerns aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Kern des Problems ist allerdings, daß die Stadt Wahlstedt verpflichtet ist, diese geschützte Lindenallee zu erhalten und zu pflegen. Dieses wurde über Jahrzehnte versäumt. Man braucht sich nur die Baumscheiben, die den Bäumen zugestanden werden, anzusehen. Der Bau des neuen Fachpflegezentrums hat die Lage zusätzlich verschärft, der letzte Baum der Reihe bekam nicht einmal eine Baumscheibe. Autos parken munter direkt auf dem Randstreifen und fahren direkt am Stamm entlang. Es gibt nirgends Abstandsbügel.

Dass man im Raum Wahlstedt gerne die Motorsäge zückt, um kurzerhand „Klarschiff“ zu machen, zeigte sich kürzlich im Bereich des Streem, in Verlängerung der Dorfstraße in Richtung Nordbahn-Trasse. Wir berichteten darüber. Hier soll laut dem Entwurf des neuen Flächennutzungsplans ein neues Wohngebiet entstehen. Wollte man hier wohl vorsorglich Fakten schaffen und Biodiversität vernichten, bevor biologische Gutachten ökologische Schranken aufspüren, die der baulichen Umsetzung im Wege stehen?

Oder führte vielleicht ein Mangel an qualifizierten Fachkräften dazu, Angelernte mit den Knickarbeiten zu beauftragen?

Hier wurden jedenfalls, rechtzeitig vor Beginn der Brutzeit, elementare Regeln der Knickpflege in Schleswig- Holstein missachtet:

  • Redder (beidseitige Knicks) nur auf einer Wegseite lichten
  • Knickpflege nur in kurzen Abständen statt Kahlschläge über Hunderte Meter
  • Wertvolles Unterholz und abschnittsweise Randbewuchs für Kleinsäuger und Insekten erhalten und großflächiges Knicken vermeiden

Ob wohl die Untere Naturschutzbehörde informiert war?

Der Verein Bürgerprotest Asphaltmischwerk Wahlstedt berichtet über mögliche Chancen für eine Asphaltproduktion und -Verarbeitung, die künftig weniger Emissionen zur Folge haben könnte. Wir blicken gespannt auf das Jahr 2027...

Foto: A. Holm

Foto: A. Holm

Erneut müssen Wahlstedter Bürger unter Emissionen der örtlichen Asphaltmischanlage leiden, diesmal - wie schon oft in der Vergangenheit - unter Krach bei der Bahnentladung am städtischen Industriegleis. Medien berichteten bereits vor Jahren über die Belastungen, unter anderem die NDR-Sendung MARKT.

Mehr auf der Website:

>>Der Vorstand des NABU Bad Segeberg lädt Mitglieder, Naturinteressierte und Neugierige zum „Naturschutz-Stammtisch“. Wir starten mit einem kurzen Impulsvortrag zum Thema „Gefährdete Arten im Kreis Segeberg und der Stadt Bad Segeberg“, danach besteht genügend Zeit für Fragen und Diskussionen. Im Anschluss wird die Möglichkeit bestehen, den Vorstand des NABU SE zur Naturschutzarbeit in und um Bad Segeberg zu fragen und untereinander im „Klönschnack“ über
Naturschutzthemen zu diskutieren.
„Der Vorstand des NABU Bad Segeberg freut sich über einen regen und zwanglosen Austausch mit seinen Mitgliedern und Gästen“, betont Eva Holm, 2. Vorsitzende des NABU und Leiterin der Naturschutzjugend (NAJU) in Bad Segeberg.

„Wir sorgen für Getränke und Knabberkram und hoffen auf einen interessanten Austausch zu
Naturschutzthemen, gerade wo diese zunehmend von Außen unter Druck kommen“, so Christoph Kröger, Vorsitzender des NABU Bad Segeberg.

Laut Rainer Wulff, dem Schatzmeister des NABU Bad Segeberg, ist der Austausch „mit unserer Basis und
Segeberger Bürgern, immer wichtiger, da in Bad Segeberg durch den A20-Bau und diverse innerstädtische Bauprojekte ein starker Druck auf verschiedene gefährdete Arten entsteht“.

„Wir wollen der Rohrdommel, dem Ährigen Tausendblatt, dem europäischen Strandling und der Bechstein-Fledermaus eine Bühne bieten, damit ihre Existenz in Bad Segeberg bekannt wird und sie bleiben können“, so Christoph Kröger.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme, die natürlich kostenlos ist!

* Termin: Donnerstag, den 12. März 2026, 19:00 Uhr
* Ort: WortOrt (Innenhof der Stadtbücherei), Oldesloer Str. 20, 23795 Bad Segeberg

* Rückfragen:
Dr. Christoph Kröger (Vorsitzender)
Pronstorfer Straße 7
23820 Pronstorf
Tel. +49 (0)4553 8953223
Mobil +49(0)176 57301910
kontakt@NABU-BadSegeberg.de
www.NABU-BadSegeberg.de
Instagram: nabu.badsegeberg<<


(Schmetterlingsraupe des Buchenrotschwanzes; Foto: A. Holm)

Glyphosat auf Feldern in Wahlstedts Umgebung - April 2023

Sie sind keine normalen Hecken, sondern mit Sträuchern und Bäumen bestandene Wälle. Sie verkörpern Tradition und Heimat, Schönheit und Erholung und sind ein wichtiges Erkennungsmerkmal unserer Kulturlandschaft. Über Jahre können sie wild wachsen und stellen ein wertvolles und unverzichtbares Ökosystem für zahlreiche Tiere und Pflanzen dar. Sie erfüllen wichtige Funktionen, indem sie vielen Tier- und Pflanzenarten – auch seltenen und gefährdeten – einen Rückzugs- und Lebensraum schaffen.

Aus diesen Gründen sind Knicks in Schleswig-Holstein streng geschützt. Für ihre Pflege gelten besondere Regeln.

Neben der zeitlichen Festlegung der Abstände von Pflegemaßnahmen wurde auch die Art und Weise der Arbeiten durch vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Landesverband der Lohnunternehmer, dem Bauernverband und dem Umweltministerium festgelegt. Im Gegenzug werden finanzielle Mittel für die Knickpflege geleistet.

Bestandteile dieses Vertrages legen u.a. fest, dass „kein großräumiger Kahlschlag“, sondern abschnittweises Knicken zu erfolgen hat und dass bei beidseitigen, sogenannten Reddern, jeweils nur eine Seite auf den Stock gesetzt wird.

In  der Verlängerung der Dorfstraße in Richtung der Bahngleise wurden gerade großflächig sämtliche Knicks zeitgleich auf den Stock gesetzt. Darüber hinaus wurde ein wertvoller Redder zerstört, indem beide Knicks links und rechts auf einer Länge von ca. 300 Metern abgeholzt wurden.

Redder an der Verlängerung der Dorfstraße, 05.03.2026:

So sinkt die Wertigkeit der Knicks und der Landschaft als Lebensraum für Tiere für mehrere Jahre dramatisch. Eine Haselmaus, aus dem Winterschlaf erwacht, findet hier weder Deckung noch Nahrung; sie wird hier schlicht verhungern.

Zeitgleich wird vom Zweckverband Mittelzentrum Bad Segeberg-Wahlstedt die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans vorangetrieben, in dem die Stadt Wahlstedt genau diese von der Abholzung betroffenen Flächen zur Wohnbebauung ausweisen möchte. Laut Landschaftsplan der Stadt Wahlstedt befinden sich gerade in diesem Gebiet Biotope; daher rät der LSP von einer künftigen Bebauung abzusehen.

Feldweg am Streem (Fotos: A. Holm)

Die schädlichen Auswirkungen verschiedener Pestizide auf Vögel, Bienen und andere Insekten und Lebewesen sind längst bekannt und dokumentiert.

Die Ergebnisse dieser europaweiten Studie von zehn europäischen Forschungseinrichtungen unter Co-Leitung des Mikrobiologen Professor Marcel v.d. Heijden ergab beängstigende Ergebnisse:

  • 70 Prozent der Böden Europas sind belastet mit Pflanzenschutzmitteln
  • Die vorliegende internationale Studie bietet erstmalig weitgehende Belege über die Ausbreitung und Auswirkung von 63 gängigen Pestiziden in ganz Europa
  • Untersucht wurden 373 Gebiete, die unterschiedliche Areale umfassten wie Wälder, Wiesen und landwirtschaftliche Anbaugebiete in insgesamt 26 europäischen Ländern
  • Die Auswirkungen von Pestiziden in kontaminierten Böden sind erheblich, da viele nützliche Bodenorganismen beeinträchtigt werden (u.a. Pilze, Fadenwürmer, Einzeller, Bakterien)
  • Spitzenreiter bei den Bodenproben waren Fungizide (Pilzmittel, 54%), gefolgt von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel, 35%), vor allem Glyphosat, und Insektiziden (11%)
  • Die Pestizide wurden vor allem, aber nicht nur, auf landwirtschaftlichen Flächen gefunden; vermutlich aufgrund von Windverbreitung
  • Festgestellt wurde, dass die Pestizide die Artenvielfalt der Bodenorganismen stark beeinträchtigen, weil sie nicht nur gezielt unerwünschte Schädlinge abtöten
  • So beeinträchtigen Fungizide auch die Wurzeln von Nutzpflanzen (wichtig für deren Versorgung mit Wasser und Nährstoffen) wie das Fungizid Bixafen (Getreideschutz)
  • Pflanzenschutzmittel erfordern zur Erhaltung der Nährstoffversorgungsfunktion des kontaminierten Bodens zusätzliche Düngung zur Sicherung der Erträge
  • Ihre Wirkstoffe sind nur schwer abbaubar, bleiben jahrelang im Boden und haben bedeutende Auswirkungen auf das Boden-Ökosystem
  • Alle genannten Aspekte sollten dringend in die zukünftige Pflanzenschutzmittel- forschung und -regulierung einbezogen werden

„Unsere Studie zeigt…, dass Pflanzenschutzmittel auch für unsere Böden eine sehr große Umweltbelastung darstellen. Oft wird gar nicht bedacht, wie Pflanzenschutzmittel auf Organismen wirken, die nicht das Ziel sind.“

Maria J.I. Briones, Universität Vigo, zweite Studienleiterin

(Foto: A. Holm)

Liebe Leserinnen und Leser, liebe umweltbewussten Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Schwanzmeisen (Foto: A. Holm)

allen geopolitischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Brennpunkten zum Trotz: Bleiben Sie optimistisch und zuversichtlich. Aber seien Sie kritisch und lassen sich nicht von hohlen Phrasen einlullen und mit vagen Versprechungen abspeisen.  

Wir wünschen Ihnen fröhliche, entspannte Festtage und ein gesundes und friedvolles neues Jahr.

Allen Mitstreitern und Unterstützern danken wir herzlich und wünschen uns, dass Sie sich weiterhin für unsere Ziele einsetzen und uns gewogen bleiben.

Ihre INITIATIVE WAHLSTEDT

Foto: A. Holm