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„Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“

Willy Brandt (1913-1992), vierter Bundeskanzler der BRD

Klimaretter Atomkraft?

Atomkraft ist extrem teuer und bleibt risikoreich, auch wenn bei uns ihre Produktion bald eingestellt sein wird. Bis zum 31. Dezember 2022 sollen hier die verbliebenen sechs Werke abgeschaltet werden.

Gegenwärtig werden die Stim­men der Befürworter der Atomkraft wieder lauter. Sie verlangen den Aus­stieg zu stoppen und preisen die Atom­energie als Ausweg aus der Klima­krise.

Das sind absurde Ideen, denn immer noch ist in Deutschland die Frage nicht beantwortet, was mit den schon vorhandenen Zwischenlagern passieren soll und wo weiterer Atommüll gelagert werden könnte. Und absolut sichere Atomkraftwerke gibt es nicht.

Trotzdem: Nach Angaben der World Nuclear Association (Januar 2021) setzen viele Länder weiterhin auf Atomstrom (*):

  • Asien  - 91 Werke im Bau/geplant
  • Europa – 45 Werke im Bau/geplant
  • Naher Osten/Afrika – 7 Werke im Bau/geplant
  • Süd- und Mittelamerika – 3 Werke im Bau/geplant
  • Nordamerika – 5 Werke im Bau/geplant

(*) Quelle: Segeberger Zeitung, 11.03.2021, S. 3)

Anscheinend haben manche Menschen den Super-GAU von Tschernobyl (vor 35 Jahren) und die Katastrophe in Fukushima (vor 10 Jahren) schon vergessen. Dort wurde das Leben vieler Menschen vernichtet.

In Japan wurden bereits Überlegungen angestellt, die ständig steigenden radioaktiv verseuchten Kühlwassermengen von Fukushima ins Meer zu leiten, weil der Platz für immer mehr benötigte Tanks auf dem Gelände knapp wird.

Rund 2.000 Be­hälter mit hoch ­radio­aktivem Atom­müll lagern in der BRD. Die Sicher­heits­vor­kehrungen in vielen dieser „Zwischen­lager“ sind un­zu­reichend. Und es wird noch lange brauchen, bis das erste „End­lager“ vorbereitet ist. 

In Lingen und Gronau jedoch produziert man trotz Atomausstieg weiterhin Brennstoffe für Atomkraftwerke im Ausland.

Weitere Informationen:

http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/radioaktivitaet-uebersicht.html

https://www.greenpeace-energy.de/presse/artikel/atomkraft-ist-kein-klimaretter.html

„Der Klimawandel stellt mit dem Artensterben und dem fortschreitenden Verlust natürlicher Lebensräume eine der großen Herausforderungen auch für unser Land dar.“

Jan Philipp Albrecht, Umweltminister

(Quelle: Segeberger Zeitung, 21.01.2021, S. 13)

„Die Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt steht bei Weitem nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.“

Paul Ehrlich, Professor für Biologie, Stanford University, USA

(Quelle: Lübecker Nachrichten, 20.01.2021, S. 5)

Im niedersächsischen Ronnenburg bei Hannover hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Dort befindet sich nahe eines Wohngebietes die Abraumhalde eines früheren Kalibergbaus.

Diese Halde soll mit Millionen Tonnen belasteten Bauschutts abgedeckt werden. Die BI wehrt sich gegen die Pläne wegen drohender Belastungen für die Bevölkerung durch jahrelange  Lärm – und Staubemissionen sowie erwartete Grundwasserverseuchung durch giftige Schwermetalle.

Mit im Geschäft ist ein uns in Wahlstedt bekannter Player.

Sind vielleicht deshalb die großen Mengen an Bauschutt aus Wahlstedt so plötzlich verschwunden?

 „Dem Anschein nach plant die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH & Co. KG - eine Tochterfirma der Hermann Wegener Unternehmensgruppe - unter dem Deckmantel der Rekultivierung des Kalibergs Ronnenberg dort einen Deponiebetrieb für nicht mehr verwert- und recyclebaren Bauschutt, dessen stark erhöhte Schadstoffbelastung (u.a. erhöhte Mengen Blei, Cadmium, PAK und PCB) nicht ausgeschlossen werden kann. Bürger und Politik sind strikt gegen dieses Vorhaben und fordern einen sofortigen Planungsstopp!“

(Originalton der Bürgerinitiative)

Der TV-Sender RTL Nord berichtete darüber am 2.3.2021.

https://ronnenberger-gegen-deponie.de/

Die grüne Null – nachhaltiger Konsum, ressourcenschonende Abfallwirtschaft, besserer Klimaschutz?

„Von sämtlichen Ressourcen, die weltweit in den Verkehr kommen, wurden 2020 laut einer Studie der niederländischen Organisation Circle Economy gerade mal 8,6 Prozent wiederverwendet…“ (DER SPIEGEL)

Die INITIATIVE WAHLSTEDT hat schon häufiger über verschiedene Formen des Recycling berichtet: Glas, Metalle, Kunststoffe, Asphalt, Beton usw. Einige solcher Betriebe haben wir vor Ort. Beim Recycling geht es bekanntlich nicht nur um die Verringerung oder Vermeidung von Müllbergen, sondern um die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe, die auf unserem Planeten knapper werden.

...weiterlesen "Die grüne Null"

Der Verhaltensbiologe Christopher Templeton (Pacific University, Forest Grove, US-Staat Oregon) hat die Auswirkungen von Lärm auf das Lernverhalten von Zebrafinken untersucht.

Ergebnisse: Beschallung mit Verkehrslärm führte dazu, dass die Versuchstiere bei der Futtersuche doppelt so lange brauchten wie die der Vergleichsgruppe. Sie brauchten zudem die doppelte Zeit, die Funktion eines Futterspenders zu durchschauen. Schließlich schnitten die lärmgestressten Tiere sehr schlecht ab bei der Aufgabe, den Artgenossen der Vergleichsgruppe Strategien zur Futterbeschaffung abzugucken.

Dass Lärm unsere Konzentrations- und Lernfähigkeit beeinträchtigt, kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Lärm entwickelt sich zu einer steigenden Umweltbelastung. Gründe: Industrielle Weiterentwicklung, verdichtete Infrastruktur, Krach durch Straßen-, Wasser- und Luftverkehr.

Welche Ausmaße Lärm auf die Tierwelt im Wasser hat, beweisen auch Hunderte Forschungsarbeiten, wie das Fachblatt Science kürzlich berichtete: 80 Prozent der Studien zeigten bei Fischen und Quallen deutliche Schäden durch Lärm, bei Säugern gar bis zu 94 Prozent.

Der Zoologe Adam Brent (University of Cambridge) stellte besonders heraus, dass selbst Wirbellose durch Krach geschädigt werden. Bei Grillen z.B. beeinträchtige der Lärm oft das Finden optimaler Geschlechtspartner und damit das Entstehen vitaler Nachkommen. Auch Templeton berichtet über entsprechende Misserfolge, und zwar bei der Partnerwahl verschiedener Vogelarten.

Geforderte Konsequenzen, die auch dem Menschen dienen könnten: Mehr Ruhe für alle Lebewesen, weniger Straßenverkehr, mehr Lärmschutz, leisere Reifen, schallschluckende Straßenbeläge.

(Quelle: DER SPIEGEL 9/27.02.2021, S. 98)

UNSER KOMMENTAR:

Ergänzend zu den oben genannten Konsequenzen fordern geplagte Menschen die angemessene Berücksichtigung nachbarschaftlicher Belange bei der Verkehrsplanung sowie bei der Ansiedlung/Erweiterung von Industriebetrieben, z.B. Asphaltmischwerken, Kieswerken, Steinbrechanlagen.

Entsprechendes gilt natürlich auch für zumutbare Staub- und Geruchsbelastungen sowie Lichtemissionen (Insekten- und Fledermausschutz).

Pressemitteilung Nr. 26/2021 vom 24. Feb 2021

Die Bundeswaldministerin Julia Klöckner hat heute die Waldzustandserhebung 2020 des Bundesministeriums vorgestellt. Der Bericht zeigt: Die vergangenen drei Dürrejahre, der massive Borkenkäferbefall, Stürme und vermehrte Waldbrände haben in den Wäldern langfristig massive Schäden angerichtet. Die jetzigen Ergebnisse gehören zu den schlechtesten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984, die meisten Bäume haben lichte Kronen…“ 

„…Noch nie waren so viele Erhebungs-Bäume abgestorben wie 2020.

Vier von fünf Bäumen haben lichte Kronen, konkret:

  • 79 Prozent der Fichten.
  • 80 Prozent der Kiefern.
  • 80 Prozent der Eichen.
  • 89 Prozent der Buchen.

37 Prozent aller Bäume weisen deutliche Verlichtungen auf

  • Das heißt: Bei diesen Bäumen sind mindestens 26 Prozent der Blätter oder Nadeln vorzeitig abgefallen…“

Mehr: Pressemitteilung Nr. 26/2021 vom 24. Feb 2021

https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/26-waldzustandsbericht-2020.html

Mehr:

Waldzustandsbericht 2020 zum Herunterladen

„Die Stiftung Naturschutz spricht von einer ökologischen Katastrophe: Unbekannte haben den Wasserstand im Königsmoor (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gesenkt und große Schäden angerichtet.

Auf einer etwa 30 Hektar großen Fläche hatten Naturschützer 2012 und 2018 den Wasserstand im Königsmoor künstlich angehoben. Damit wollten sie unter anderem den CO2-Ausstoß auf der ehemals trockengelegten Moorfläche stoppen und Lebensraum für seltene Tierarten schaffen. Nun haben nicht bekannte Personen Stauanlagen zerstört und diesen Wasserstand gesenkt. Vögel, Frösche und andere Kleintiere finden laut Stiftung keine Nahrung mehr, Pflanzen trocknen aus.“

Mehr: (SH-Magazin, 26.02.2021, ca. 2 Min)

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Unbekannte-zerstoeren-Schutzprojekt-im-Koenigsmoor-bei-Rendsburg,koenigsmoor100.html

Deutschland verfehlt Naturschutz-Ziel

"Mehr als zehn Jahre nach Ablauf der Frist erfüllt Deutschland die EU-Vorgaben zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen noch immer nicht.

Deshalb verklagt die EU-Kommission Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof.

Den Plan der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie verfolgt auch die Nationale Biodiversitätsstrategie von 2007, wonach zwei Prozent der Landesfläche als Wildnis der Natur überlassen werden sollen.

Auch daran scheitert Deutschland: Mit 0,6 Prozent ist das Ziel nicht mal zu einem Drittel erfüllt."

Mehr: (7 min; verfügbar bis 26.02.2022)

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/naturschutz-zu-wenig-wildnis-100.html

14 EU-Verfahren gegen Deutschland – wegen nicht eingehaltener Umweltrichtlinien

..."Es geht um die Luftbelastung und um Lärm, aber auch um Abfall und Verpackungsmüll: Gegen Deutschland laufen aktuell drei EU-Umweltverfahren mehr als vor einem Jahr.

Gegen Deutschland laufen aktuell 14 EU-Verfahren im Bereich der Umweltpolitik, weil Richtlinien aus Brüssel nicht pünktlich oder nicht ordnungsgemäß umgesetzt wurden…

…Die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke, sagte, Deutschland verletze »permanent« europäisches Natur- und Umweltrecht. »Die Bundesregierung zeigt damit, dass sie den Schutz unseres Bodens, Wassers, der Luft und der Biodiversität nicht ernst nimmt. Sie ist aufgefordert, dem Umwelt- und Naturschutz endlich Priorität einzuräumen. «

(DER SPIEGEL, 31.12.2020)

Mehr:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/umweltschutz-14-eu-verfahren-gegen-deutschland-im-umweltbereich-a-d8001cc2-62b8-47b6-94ee-9be9da731502

Aktuelle Übersicht der Europäischen Kommission:

https://ec.europa.eu/atwork/applying-eu-law/infringements-proceedings/infringement_decisions/index.cfm?lang_code=EN&typeOfSearch=true&active_only=1&noncom=0&r_dossier=&decision_date_from=&decision_date_to=&EM=DE&DG=ENVI&title=&submit=Search

AKTUELLE PRESSEMITTEILUNG DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION:

Naturschutz: Kommission beschließt, DEUTSCHLAND vor demEuropäischen Gerichtshof wegen mangelhafter Umsetzung der Habitat- Richtlinie zu verklagen

"Brüssel, 18. Februar 2021

Die Kommission hat heute beschlossen, Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen, weil das Land seine Verpflichtungen im Rahmen der Habitat-Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Richtlinie 92/43/EWG) nicht eingehalten hat.

Gemäß der Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten besondere Schutzgebiete ausweisen und gebietsspezifische Erhaltungsziele sowie entsprechende Erhaltungsmaßnahmen festlegen, um einen günstigen Erhaltungszustand der dortigen Arten und Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen. Sowohl im europäischen Grünen Deal als auch in der EU-Biodiversitätsstrategie wird darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass die EU dem Verlust anbiologischer Vielfalt Einhalt gebietet, indem sie die Biodiversität schützt und wiederherstellt. Die Frist für die Vollendung der notwendigen Maßnahmen für alle Gebiete in Deutschland ist in einigen Fällen vor mehr als zehn Jahren abgelaufen. Die Kommission übermittelte 2015 ein Aufforderungsschreiben. Nach eingehender Diskussion mit den deutschen Behörden übermittelte sie im Jahr 2019 ein ergänzendes Aufforderungsschreiben, gefolgt von einer mit Gründen versehenen Stellungnahme im Februar 2020. Den jüngsten Informationen der Behörden zufolge hat Deutschland eine bedeutende Anzahl von Gebieten immer noch nicht als besondere Schutzgebiete ausgewiesen.

Außerdem ist die Kommission der Auffassung, dass die für die einzelnen Gebiete in Deutschland festgelegten Erhaltungsziele nicht hinreichend quantifiziert und messbar sind und dass sie keine ausreichende Berichterstattung ermöglichen.

Schließlich geht die Kommission davon aus, dass es in allen Bundesländern und auf Bundesebene allgemeine und anhaltende Praxis war, für alle 4606 Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung keine hinreichend detaillierten und quantifizierten Erhaltungsziele festzulegen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Qualität und Wirksamkeit der zu ergriffenen Erhaltungsmaßnahmen.

Daher verklagt die Kommission Deutschland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union.

Hintergrund

Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, ihre gemäß der Habitat-Richtlinie festgelegten Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung rechtlich als besondere Schutzgebiete auszuweisen. Außerdem müssen die Mitgliedstaaten auf der Grundlage detaillierter gebietsspezifischer Erhaltungsziele Erhaltungsmaßnahmen für die geschützten Arten und Lebensraumtypen in diesen Gebieten festlegen. Die Kommission verfolgt mehrere Vertragsverletzungsverfahren, die die Ausweisung besonderer Schutzgebiete sowie die Festlegung von Erhaltungszielen und Erhaltungsmaßnahmen betreffen. Diese haben für die Kommission hohe Priorität, insbesondere im Hinblick auf die kürzlich angenommene EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, mit der die Durchsetzung der bestehenden EU-Umweltvorschriften verbessert werden soll..."

Welchen Preis zahlen wir für die Energiewende?

„Für die Energiewende lässt sich Deutschland auf der ganzen Welt feiern. Milliarden Euro werden in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Doch das größte politische Projekt seit der Wiedervereinigung stockt. Mächtige Energiekonzerne kämpfen um Marktanteile, Bürgermeister gehen mit dezentralen Konzepten ihre eigenen Wege in Sachen Energieversorgung. Und: der Widerstand in der Bevölkerung gegen weitere Windparks und Strommasten ist enorm. Mit einem neuen "Erneuerbare Energien Gesetz", kurz EEG, versucht die Regierung dem Umbau-Prozess neuen Schwung zu verleihen. Ob es gelingt?

Der Film "Kampf um Strom – welchen Preis zahlen wir für die Energiewende?" zeigt am Beispiel mehrerer Protagonisten und Protagonistinnen die vielfältigen Interessen, Probleme und Widerstände bei der Umsetzung der Energiewende.“

MEHR:

Kampf um Strom - Welchen Preis zahlen wir für die Energiewende?

(Video verfügbar bis 08.02.2022; 44 min)

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/kampf-um-strom-video-102.html