
Knicks sind ein wichtiger Teil der „Grünen Infrastruktur“ Schleswig-Holsteins.
Sie sind keine normalen Hecken, sondern mit Sträuchern und Bäumen bestandene Wälle. Sie verkörpern Tradition und Heimat, Schönheit und Erholung und sind ein wichtiges Erkennungsmerkmal unserer Kulturlandschaft. Über Jahre können sie wild wachsen und stellen ein wertvolles und unverzichtbares Ökosystem für zahlreiche Tiere und Pflanzen dar. Sie erfüllen wichtige Funktionen, indem sie vielen Tier- und Pflanzenarten – auch seltenen und gefährdeten – einen Rückzugs- und Lebensraum schaffen.
Hier leben bis zu 7000 Tierarten. Neben rund 40 Brutvogelarten, mehreren Tausend Insektenarten und Säugetieren wie Igel und die streng geschützte Haselmaus finden auch Fledermäuse ihre Nahrung.
Aus diesen Gründen sind Knicks in Schleswig-Holstein streng geschützt. Für ihre Pflege gelten besondere Regeln.
Neben der zeitlichen Festlegung der Abstände von Pflegemaßnahmen wurde auch die Art und Weise der Arbeiten durch vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Landesverband der Lohnunternehmer, dem Bauernverband und dem Umweltministerium festgelegt. Im Gegenzug werden finanzielle Mittel für die Knickpflege geleistet.
Bestandteile dieses Vertrages legen u.a. fest, dass „kein großräumiger Kahlschlag“, sondern abschnittweises Knicken zu erfolgen hat und dass bei beidseitigen, sogenannten Reddern, jeweils nur eine Seite auf den Stock gesetzt wird.
In Wahlstedt fühlt man sich offensichtlich nicht an diese Regelungen gebunden:
In der Verlängerung der Dorfstraße in Richtung der Bahngleise wurden gerade großflächig sämtliche Knicks zeitgleich auf den Stock gesetzt. Darüber hinaus wurde ein wertvoller Redder zerstört, indem beide Knicks links und rechts auf einer Länge von ca. 300 Metern abgeholzt wurden.
Redder an der Verlängerung der Dorfstraße, 05.03.2026:

So sinkt die Wertigkeit der Knicks und der Landschaft als Lebensraum für Tiere für mehrere Jahre dramatisch. Eine Haselmaus, aus dem Winterschlaf erwacht, findet hier weder Deckung noch Nahrung; sie wird hier schlicht verhungern.
Zufall, Fahrlässigkeit – oder politisches Kalkül?
Zeitgleich wird vom Zweckverband Mittelzentrum Bad Segeberg-Wahlstedt die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans vorangetrieben, in dem die Stadt Wahlstedt genau diese von der Abholzung betroffenen Flächen zur Wohnbebauung ausweisen möchte. Laut Landschaftsplan der Stadt Wahlstedt befinden sich gerade in diesem Gebiet Biotope; daher rät der LSP von einer künftigen Bebauung abzusehen.
Welchen Stellenwert hat der Umwelt- und Naturschutz in Wahlstedt?

