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Was ist der Unterschied zwischen Gewerbegebiet und Industriegebiet

WO IST DER UNTERSCHIED? Industrie- und Gewerbegebiete sind vollkommen unterschiedlich

Industrie oder Gewerbe ist ein großer Unterschied; in der Baunutzungsverordnung steht:

§8 Abs.1 Baunutzungsverordnung:
Gewerbegebiete:
(1) Gewerbegebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben.

§9 Abs.1 Baunutzungsverordnung:
Industriegebiete:
(1) Industriegebiete dienen ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben, und zwar vorwiegend solcher Betriebe, die in anderen Baugebieten unzulässig sind.
(Quelle: Justizministerium)

„Vom Gewerbegebiet im eigentlichen Sinne unterscheidet sich ein Industriegebiet durch die Ansiedlung von Betrieben, die ein ortsunübliches Maß an Umweltbelastung (wie Lärm, Staub, Geruch) produzieren, und darum von Wohngebieten ferngehalten werden sollen. Es ist von Wohn- und Mischgebieten (gemischte Nutzung) ausreichend abgetrennt, für Schwerverkehr und andere Infrastruktur erschlossen (z. B. Gleisanschluss), Energie, Entsorgung und mit speziellen Umweltauflagen belegt. Industriegebiete können – örtlich bedingt – noch weiteren Einschränkungen oder Erlaubnissen unterliegen…“
(Quelle: Wikipedia Deutschland 03.04.2013)

Statt Handwerkern, Bürogebäuden und kleinere Fabriken im Gewerbegebiet, kann ein Industriegebiet etwa ein Chemiewerk, Logistikzentrum, Kraftwerk oder sonstige Schwerindustrie bedeuten.

  WENIGER JOBS

In einem Industriegebiet ist die Arbeitsplatzdichte in der Regel deutlich niedriger als in einem Gewerbegebiet: Maschinen, Lagerhallen und Verladeanlagen brauchen kaum noch menschliche Arbeitskraft.
Auch gibt es in Gewerbegebieten vielfältigere Job-Chancen. Die Umwidmung bedeutet also den Verlust von möglichen Arbeitsplätzen in einem Gewerbegebiet. Dabei gibt es auch negative Auswirkungen auf die Vermarktung des angrenzenden Gewerbegebiets: Oder würden Sie z. B. eine Wäscherei oder ein Ingenieurbüro neben einer Müllverbrennungsanlage bauen?

LAUTER

In Industriegebieten dürfen die Betriebe deutlich mehr Lärm machen - 70 dB(A) tags wie nachts statt 65 bzw. 50 dB(A) im Gewerbegebiet (10 dB werden als doppelt so laut wahrgenommen!). Dabei sind dies stets gemittelte Werte, einzelne Geräusche können noch wesentlich lauter sein.

SCHÄDLICHER

Emissionen sind der Hauptgrund, warum Betriebe nicht ins Gewerbegebiet dürfen, sondern ein Industriegebiet brauchen. Sie sind nicht nur lauter, sondern können auch Luftschadstoffe und Gestank freisetzen.
Lärm, Schadstoffe, Gestank und Verkehr sind nicht nur gefährlich für uns. Sondern auch schlecht für die Umwelt und Landwirtschaft (einschließlich dem Obst und Gemüse im Garten).

MEHR VERKEHR

Was immer auch im Industriegebiet produziert, verpackt oder gelagert wird: Güter müssen hin und wieder weg bewegt werden, mit dem LKW, auf unseren Straßen. Das bedeutet mehr Lärm, Abgase und Gefahr.

AUCH NACHTS

Im Industriegebiet gelten nicht nur höhere Emissionsgrenzwerte, es ist vor allem auch ein 24-Stunden-Betrieb möglich - und das 365 Tage im Jahr! Lärm und LKW-Verkehr kennen hier keine Nachtruhe. Deshalb sind Industriegebiete nachts auch meist hell erleuchtet, was nicht nur für direkte Anwohner/innen eine zusätzliche Belastung darstellt.

TEURER

Wasserver- und Abwasserentsorgung, Brandschutzvorkehrungen, Straßenunterhalt und -reinigung: Durch ein Industriegebiet entstehen erhebliche Kosten für die Steuer-, Abgaben- und Gebührenzahler/innen.

ANFÄLLIGER

Im Industriegebiet gibt‘s meistens nur wenige große Unternehmen. Gewerbegebiete bestehen aus vielen kleinen Betrieben und sind so die Basis für eine krisensichere Wirtschaft.

GEFÄHRLICHER

In Industriegebieten wird häufig mit großen Mengen gefährlicher, z.B. giftiger oder explosiver Stoffe hantiert. Dies birgt immer die Gefahr eines Unfalls, der dann Anwohner/innen auch im weiteren Umkreis bedrohen kann. Es bedeutet auch, dass unsere Rettungsdienste darauf vorbereitet sein müssen - was z.B. auch eine zusätzliche Belastung des örtlichen Haushalts ist.

Quellen:

(B-Plan Nr. 32 und 37. Änderung des Flächennutzungsplans Nr. 1)

1. Grundsätzliche Situation in Wahlstedt

Als Industriestandort ist Wahlstedt von vielfältigen Immissionen betroffen.

Das bedeutet eine erhebliche Vorbelastung für die Bevölkerung: Chemische Gerüche, Asphaltgestank, tägliche Geräuschentwicklung, nächtlicher Krach und Lichteinwirkung aus dem Westen, LKW-Durchgangsverkehr in alle Richtungen, Gestank, Lärm, aus dem Osten nächtliches Licht und erhebliche Belästigungen von der Autobahn und der Hähnchenmastanlage, großflächige Maisagrarwüste und Güllegestank aus dem Norden, LKW- Verkehr und Lärm durch Steinbrecher aus dem Südwesten.

Hinzu kommt, dass anscheinend eine Brechanlage im Osten geplant ist.

Die Belastungsgrenze der Bevölkerung ist erreicht, teilweise überschritten!

Deshalb widersprechen wir der Ausweisung eines weiteren Industriegebietes.

...weiterlesen "STELLUNGNAHME ZUR AUSWEISUNG DES INDUSTRIEGEBIETES IN WAHLSTEDT"

(14.03.2018, Segeberger Zeitung)

Segeberger Zeitung - 14.03.2018

Anwohner machen mobil gegen ein geplantes Industriegebiet neben dem Flugplatz in Wahlstedt. Über 300 Unterschriften haben sie bereits gesammelt. (mehr...)

08.03.2018, Lübecker Nachrichten

Lübecker Nachrichten - 08.03.2018

Ökologisches Problem Flächenfraß: Dazu zählen auch Wohn-Neubaugebiete am Stadtrand wie dieses in Wahlstedt. ... Wahlstedt. „Industriestadt im Grünen“ lautet der Slogan, mit dem Wahlstedt für sich wirbt. Doch wie viel Industrie verträgt die Stadt? Da scheiden sich am aktuellen Vorhaben zwischen (mehr...)

Wussten Sie, dass…

  • …ein neues Industriegebiet von ca. 20 ha, mit Option auf Erweiterung, direkt vor den Toren Wahlstedts entstehen soll?
  • …„überwiegend solche Betriebe, die in anderen Baugebieten unzulässig sind“, angesiedelt werden sollen?
  • …bereits eine Firma, direkt an die Kieler Straße angrenzend, die Genehmigung zur nächtlichen Ruhestörung erhalten soll (3. Änderung des Bebauungplans Nr. 1)?
  • Sie künftig Geräuschimmissionen bis 55db(A), in Spitzen lauter, in der Nacht ertragen müssten?
  • …ein Lärmgutachten bereits jetzt von erheblicher Belastung und „Gesundheitsgefahr“ für die Anlieger der Kieler Straße und des Blocksbergs spricht?
  • …ein Umweltgutachten von „erheblicher Beeinträchtigung“ für Tiere, Pflanzen, Boden, Grundwasser und Landschaftsbild spricht?
  • …durch bis zu 27m hohe und über 50m lange Baukörper im Osten der Stadt „eine starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes verbleiben“ wird?
  • …vorhandene Vorbelastung wie Gestank aus der Hähnchenmastanlage, Lärm aus dem Industriegebiet Holsteinstraße und Verkehrslärm von der Autobahn A 21 und der B 205 bei der Planung des neuen Industriegebietes gar nicht berücksichtigt worden sind?
  • …noch gar nicht abzusehen ist, welche anderen Immissionen wie Staub und Gestank uns künftig beeinträchtigen werden?
  • …es laut Umweltgutachten „zu einer weiteren Verschlechterung für die Erholung der Menschen im Umfeld“ kommt?
  • …“Lärmschutzmaßnahmen“ an Wohngebäuden erforderlich werden?
  • … dies alles trotzdem „keine erheblichen… Auswirkungen auf (unser) Wohlbefinden“  haben soll???

Sie können sich unter www.wahlstedt.de/bauleitplanung die Entwürfe dieser Bebauungspläne ansehen.

Sie können gegen diese Pläne (Bebauungsplan Nr. 32 und  37. Änderung des Flächennutzungsplans) nur noch bis zum 16. März 2018 bzw. 23. März 2018 Einspruch erheben.

VERHINDERN SIE DIE AUSWEISUNG EINES NEUEN INDUSTRIEGEBIETS!

VERHINDERN SIE EINE WEITERE VERSCHLECHTERUNG UNSERER LEBENSQUALITÄT!